|
Hier geht's los
Wir bauen eine Mezzanine
Wir legen ein Parkett
Wir verbinden zwei Wohnungen
Wir bauen eine Bibliothek
Wir fräsen Zinken!
Holzarbeiten
Das intelligente Haus
Nützliches Zubehör
Links
HP9810A
HP97
Siemens Comfoset 150
HP LaserJet II > III
HP LaserJet Error #50
Detartrage
Impressum
|
Renovierung
Wir verbinden zwei Wohnungen
Da denkt man, die Renovierung sei endlich fertig, und dann passiert's: Plötzlich gehört
die kleine Einraumwohnung nebenan uns, und eine Verbindung beider Wohnungen wird notwendig.
Aber vor der Arbeit steht die Planung - hier versuchen wir uns ein Bild vom neuen Raum
zu machen. Es gibt ein für die grosse Stadt überdimensioniertes Bad und eine kleine
Küche, die den Blick auf eines der Fenster versperrt. Ausserdem
ist die Aussenwand schlecht isoliert und in einem schlechten Zustand. Am Besten alles erstmal abreissen!
Abriss
So eine Totalsanierung mit Entkernung ist eine beeindruckende Angelegenheit. Mehrere Kubikmeter
Schutt, überall Kabel und Rohre - man könnte meinen, hier sei eine Bombe eingeschlagen.
Abriss der Innenwand
Beim Vermessen stellen wir fest, dass die Wände zwischen beiden Wohnungen sehr
dick sind. Hier wurden 2x 7cm Gipsdielen verwendet, mit 7cm Isoliermaterial
dazwischen. Das ist gut, wenn man laute Nachbarn hat, aber unnötig in der
eigenen Wohnung. Ausserdem erschwert es den späteren Einbau der Tür und den
Zugang zur Elektroinstallation, die sich im Hohlraum zwischen den Gipsdielen
befindet. Weg damit! Ganz nebenbei gewinnen wir so etwas mehr als einen
Quadratmeter Platz, was in der grossen Stadt stets willkommen ist.
Versetzen des Verteilerschranks
Der Stromverteilerschrank befindet sich ziemlich genau da, wo die Tür
später eingebaut werden soll. Wir entfernen die doppelte Wand hinter dem
alten Aufputz-Stromkasten, und sägen rechts daneben ein Loch für einen
grossen Unterputz-Verteiler von Hager. Da es sich um eine Totalrenovierung
handelt, sind wir gezwungen, die Anlage auf den neuesten Stand der Norm
Nf-C 15-100 zu bringen, die getrennte Fehlerstromschutzschalter für Küche,
Bad und Licht vorschreibt, und ausserdem zweipolige Sicherungsautomaten
verlangt.
Nach diesen Arbeiten fehlt noch der Anschluss des Studios und der Leitungen
für Küche und EIB in einem Leerrohr, das erst beim Einbau der Tür vollständig
zugänglich wird. Mit diesem Stand wird man also erstmal ein paar Tage leben
müssen.
Auf dem letzten Bild sieht man die Reste der alten Installation, das
provisorisch zugeklebte Loch, durch das früher die Leitungen in den Verteiler
geführt wurden, und unter dem Hager Kleinverteiler eine weitere Öffnung für
den in Frankreich von EDF überall eingebauten Fehlerstromschutzschalter mit
Überstromsicherung. Er ist verplombt und kann daher nicht in den Kleinverteiler
integriert werden - aber da wäre sowieso kein Platz mehr.
Thermische Isolierung der Aussenwand und verlegen der Leerrohre
Nachdem der ganze Schutt ausgeräumt wurde (links), wird als erstes eine thermische Isolierung
an die Aussenwand geklebt (rechts). In diese Schicht werden ausserdem die Leerrohre für die
Elektroinstallation eingezogen. Sollten wir irgendwann mal Lust haben, ein Fernsehgerät
zu kaufen, kann es über das senkrechte Leerrohr unsichtbar mit Strom, Antennensignal
und HDMI versorgt werden. Für's Erste legen wir eine Anschlussdose unter Putz und notieren
genau, an welcher Stelle später eine Bohrung zu machen sein wird.
Innenwände
Inzwischen haben wir beschlossen, doch wieder ein Bad einzubauen, allerdings
kleiner und mit länglichem Grundriss, um nicht die Perspektive auf die Fenster
zu versperren. Der Zugang wird mit einer Schiebetür erfolgen.
An der Aussenwand mauern wir 5cm Gipsdielen, das Bad wird mit 7cm bzw 10cm
dicken Gipsdielen gemauert. Da die Schiebetür einen 10cm breiten Laufkasten
haben wird, müssen wir die Gipsdielen an dieser Stelle entsprechend breiter
wählen. Inzwischen haben wir auch herausgefunden, welche alten Leerrohre
der ursprünglichen Elektroinstallation günstig liegen und wiederverwendet
werden können. Leider sind das wegen des neuen Grundrisses nur wenige.
Das Bild rechts zeigt eine Ecke des Badezimmers von innen - dort soll später
eine Dusche sein.
Grobputz
Mit dem Grobputz werden die Innenwände geglättet und die Fugen geschlossen.
Das ist auch der richtige Zeitpunkt, die Elektroinstallation fertigzustellen.
Im mittleren Bild sieht man die Dosen für Steckdosen und Schalter, die links
noch fehlen. Die Leerrohre laufen innen an der Trennwand zum Badezimmer.
An einigen Stellen sind Verteilerdosen notwendig, um beide Wohnungen zu
verbinden - rechts im Bild oben sieht man Dosen für Telefon und EIB. Da
hier später ein Wandschrank steht, stören die Verteilerdosen nicht.
Verbindungstür
Das Setzen von Türen in Gipsdielen ist nicht schwierig, da man die Öffnung
einfach mit einer Säge herstellen kann. Sofern die Tür nicht zu breit ist,
hält der über der Öffnung stehende Teil auch ohne Sturz. Je nach Höhe des
Bodenbelags muss der Rahmen gekürzt werden; bei mir müssen 20mm abgesägt
werden. Die Innenseite der Tür muss ich vor dem Vergipsen mit einer Grundierung
absperren, sonst dringt Feuchtigkeit in das Holz ein. Bei Türen aus einem
Synthetikmaterial, oder falls wir Bauschaum einsetzen würden, gäbe es das
Problem natürlich nicht.
Das ist auch der richtige Zeitpunkt, den späteren Parkettanschluss vorzubereiten.
Vorher befanden sich die Enden der Parkettstäbe (englischer Verbund, Massiv,
vollflächig verklebt) unter einer 10mm Breiten Leiste - da ich den Übergang
nicht mit einem Metallprofil lösen möchte, sondern ein Eichenbrett als Übergang
zwischen die beiden Türholme legen will, muss ich einen geraden Übergang
herstellen. Das mache ich mit der Tauchsäge und einer Führungsschiene. Damit
ich über die ganze Breite sägen kann, muss ich auf beiden Seiten etwas von
der Gipswand unten entfernen. Ausserdem muss ich für diese Arbeit den Spaltkeil
der Tauchsäge entfernen. Das geht bei der TS-55 ganz einfach.
Das Einsetzen der Tür ist dagegen schwierig. Die Tür muss sorgfältig mit
Keilen ausgerichtet werden. An den Holmen und oben werden Nägel kreuzweise
in den Rahmen genagelt und anschliessend mit Gips im Mauerwerk fixiert. Der
Gips bindet sehr schnell ab, weitere Korrekturen sind dann nicht mehr
möglich. Die verbleibenden Fugen werden anschliessend gefüllt. Jetzt warten
wir 24h, bevor wir die Tür das erste Mal öffnen.
Schiebetür
Zwischendurch wird die Schiebetür zum Badezimmer eingebaut. Ich verwende
ein Chassis von Scrigno, das in eine Metallständerkonstruktion integriert
wird. Eigentlich muss man dieses Chassis auf den fertigen Boden setzen,
aber da der noch nicht existiert (und wohl auch bei den noch zu leistenden
Arbeiten Schaden nähme), habe ich zunächst eine Keramikplatte auf den
Boden geklebt, mit der ich auf die zu erreichende Fussbodenhöhe von 19mm
komme. Die letzten 5cm unter dem Chassis sind frei; hier wird später ein
Parkettbrett eingeschoben, damit der Übergang schön wird und keine Laubsägearbeiten
erfordert.
Ich verwende 48mm Profile von Knauf, die bei einer doppelten Beplankung
von 2x13mm auf jeder Seite 100mm Dicke ergeben. Auf dem Türchassis wird nur
eine einfache Beplankung angebracht. Besser wären wohl 74mm-Profile, aber die
sind in Frankreich nicht leicht erhältlich.
Die Metallständerkonstruktion wird mit Wand, Decke und Boden verbunden
und ist auch ohne Beplankung sehr stabil. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt,
noch schnell Leerrohre für zukünftige Anwendungen einzuziehen! Das Loch über
der Tür könnte später eine Glasscheibe für einen in der Zwischendecke befindlichen
Beamer aufnehmen.
Etwas schwierig gestaltet sich der Einbau des Türpfostens rechts; hier hätte ich
mir ebenfalls die glatten Metallprofile zum Verschrauben mit der Metallständerwand
gewünscht. Stattdessen ist der Pfosten - entgegen der Herstelleranweisung - direkt
mit der Wand verschraubt.
Alte Tür zumauern
Da das Studio jetzt an die Wohnung angeschlossen ist, wird die Eingangstür nicht
mehr benötigt. Da wir sowieso den Flur renovieren, ist die Gelegenheit gut, die
Tür zuzumauern. Wir verwenden Gipsdielen 70mm aussen, anschliessend Dämmwolle
und 50mm Innenwand. Die kurzfristig erwogene Idee, es bei der Aussenwand zu
belassen und die so entstandene Nische für eine Bibliothek zu nutzen, haben
wir nach einem Schalltest wieder verworfen. Eine einschalige Wand schützt nicht
ausreichend vor Lärm im Treppenhaus.
Schiebetür - Teil II
Das Scrigno-Chassis ist sehr stabil, und die Führungsmechanik ist robust und gut
durchdacht. Man muss allerdings darauf achten, spezielle 19mm lange Schrauben für
die Befestigung der Gipskartonplatten zu verwenden, da man sonst das Chassis
durchbohrt. Die üblichen 25mm-Schrauben sind ungeeignet. Eigentlich sollten sie
wohl beiliegen - war bei mir aber nicht der Fall. Ich habe im Baumarkt aber
einen Ersatz bekommen.
Nach der Beplankung auf beiden Seiten wird alles mit Gips verputzt. Bei
dieser Tür benötigt man keine Abschlussleisten - der Putz geht bis an den Rand
aus Aluminium.
Start |
Holzbalkendecke |
Parkett |
© 2011
|