Sensorreinigung einer DSLR am Beispiel einer Canon EOS 30D

Bei meiner digitalen Spiegelreflex (DSLR), eine Canon EOS 30D, muss ich von Zeit zu Zeit eine Reinigung des Sensors vornehmen. Man merkt das es Zeit für eine Reinigung wird, wenn man z.B. in Urlaubsfotos im blassblauen Hintergrund des Himmels kleine, dunkle Flecken sieht, die bei mehreren Bildern immer an der gleichen Stelle sind.

Ich habe als Beispiel für ein solches Foto eines aus meinem letzten Italienurlaub genommen. Der Bereich mit dem Fleck, der durch ein Staubkorn auf dem Bildsensor entstanden ist, ist im linken Bild durch einen roten Kreis markiert. Das rechte Bild zeigt einen hochauflösendes Detail dieses Bereiches.

Fleck durch verschmuzten Bildsensor Verschmutzten Bildsensor
Detail des Bereiches Detail des Bereiches

Vorbereitung

Um den Grad der Verschmutzung zu ermitteln stelle ich meine Kamera in den manuellen Modus und wähle die größtmögliche Blende (bei mir 32). Der Autofocus muss ausgeschaltet sein und der Fokus des Objektiv muss auf unendlich eingestellt werden. Den Zoom ganz in die Ferne stellen und dann mit Blitz ein weißes Blatt Papier aus ca. 30-50cm Abstand fotografieren. Man bekommt jetzt ein scharfes Abbild von Verschmutzungen direkt auf dem Sensor und kann jeden Flusen und jedes noch so kleine Staubkorn im aufgenommen Bild erkennen. Das folgende Bild zeigt den Ausgangszustand vor der Reinigung. Man erkennt deutlich, dass sich eine Meng an Schmutz auf dem Sensor angesammelt hat.

Zustand vor der Reinigung Zustand vor der Reinigung

Reinigung mit dem Blasebalg

Falls der Staub noch nicht am Sensor festgebacken ist, reicht eine Reinigung mit einem Blasebalg, der eine feine Spitze besitzt. Damit kann man gezielt einige Luftstöße auf den Sensor richten. Ich verwende das folgende Modell:

Verwendeter BlasebalgVerwendeter Blasebalg

Zur Sensorreinigung muss das Objektiv abgenommen werden und die Kamera eingeschaltet werden. Im Menü der Kamera erscheint dann als vorletzer Eintrag der Menüpunkt "Sensorreinigung". Die Kamera gibt den Hinweis, dass man nach der Reinigung die Kamera ausschalten muss. Nach der Bestätigung klappt der Spiegel im Gehäuse auf und man freie Sicht auf den Sensor. In diesem Zustand bleibt die Kamera bis sie ausgeschaltet wird. Durch das Ausschalten klappt der Spiegel wieder in seine Ruhestellung.

Warnung: der Spiegel wird während der Sensorreinigung aktiv hochgehalten und benötigt deshalb Strom aus der Versorgungsspannung. Die Reinigung darf deshalb nur bei ausreichendem Akkuzustand (am besten voll geladen) bzw. einer ausfallsicheren, externen Spannungsversorgung durchgeführt werden. Falls der Spiegel nicht mehr gehalten werden kann, klappt er zurück. Jeder im Weg stehende Gegenstand hätte in diesem Fall eine ernsthafte Beschädigung der Kameramechanik zur Folge.

Sobald der Spiegel hochgeklappt ist, kann die feine Spitze in das Kameragehäuse eingeführt werden. Den Sensor dabei bitte nicht berühren. Mit einer Hand kann der untere Teile des Blasebalgs festgehalten werden, damit die Spitze beim Erzeugen der Luftstöße im Gehäuse fixiert bleibt. Mit der anderen Hand werden jetzt durch krätiges Zusammenpressen des Blasebalgs Luftstöße auf verschiedene Teile des Sesors erzeugt. Etwa nach sechs bis zehn Luftstößen sollte man das Ergebnis durch eine Probeaufnahme begutachten und ggf. die Reinigung wiederholen.

Den Effekt der Reinigung mit dem Blasebalg zeigen die folgenden zwei Bilder. Das linke Bild ist dabei nach der ersten Reinigung mit dem Blasebalg entstanden und das letzte Bild nach der vierten Reinigung. Der Zustand auf dem Sensor hat sich dabei deutlich verbessert. Trotzdem sieht man auf dem rechten Bild, dass sich in der rechten Bildhälfte Staub festgesetzt hat, der auch nach viermaligem Reinigen mit dem Blasebalg nicht verschwindet.

Zustand des Sensors nach erste Reinigung mit dem Blasebalg Nach der ersten Reinigung
Zustand des Sensors nach der vierten Reinigung mit dem Blasebalg Nach der vierten Reinigung

Reinigung mit Spezialreiniger

Hartnäckigem Schmutz auf dem Sensor muss man mit anderen Methoden begegnen. Dazu am besten beim Fachhändler einen Spatel besorgen, der mit einem Vlies ummantelt ist. Die Spatel gibt es in verschiedenen Größen, sie müssen zur Größe des Bildsensors passen. Dazu reicht dem Fachhändler in der Regel die Bezeichnung der Kamera. Dazu benötigt man eine Spezialflüssigkeit zur Reinigung von Kamerasensoren. Ich verwende eine Flüssigkeit mit dem Namen Eclipse. Die Flüssigkeit besitzt die Eigenschaft, Schmutz zu lösen ohne den Sensor anzugreifen und rückstandsfrei sofort zu verdunsten. Das folgende Bild zeigt einen solchen Spatel:

Verwendeter SpatelVerwendeter Spatel

Der Spatel wird mit einigen Tropfen der Flüssigkeit benetzt und am Rand des Sesnsors aufgesetzt. Den Spatel danach flach über den Sensor bis zum anderen Rand ziehen und abheben. Je nach Kameragehäuse kann es besser sein den Spatel auf der rechten oder auf der linken Seite anzusetzen. Wenn möglich den Rand aussuchen, bei dem der Spatel ganz am Rand oder sogar neben dem Sensor abgehoben werden kann.

Den Spatel insgesamt ein bis zweimal über den Sensor ziehen und das Ergebnis anschließend mit einer Probeaufnahme kontrollieren. In meinem Fall hat die erste Reinigung noch nicht ganz zum Ziel geführt, wie man auf dem nächsten Bild sehen kann.

Zustand nach der ersten Reinigung mit Spatel Nach der ersten Nassreinigung

Eine zweite Reinigung mit dem Spatel hat schließlich das erwartete Ergebnis gebracht und lässt keine Wünsche mehr offen. Der Sensor zeigt nun keine sichtbaren Verschmutzungen.

Zustand nach der zweiten Reinigung mit Spatel Nach der zweiten Nassreinigung

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